Gustav Mahler
(1860-1911)
Sinfonie Nr. 8 Es-Dur
für 3 Sopran und 2 Altsoli, Tenor-, Bariton-
und Bass-Solo, 2 gemischte Chöre, Knabenchor und großes Orchester
"Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen" schrieb Mahler an den Dirigenten Willem Mengelberg - ein Verweis auf die spätantike "Musica mundana", die universale ewige Sphärenharmonie, wie sie der römische Philosoph Boëthius entwarf. Der Versuch, einen solchen Anspruch einzulösen, selbst wenn er scheitern muss, ist nichts Ungewöhnliches in der Umbruchszeit vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ein ganzes Weltbild in einem Kolossalwerk einzufangen versuchten von Richard Wagner ("Der Ring des Nibelungen") über Gustav Klimt ("Beethovenfries") bis Paul Claudel ("Der seidene Schuh") zahlreiche Künstler. So auch Gustav Mahler in der Gattung der Sinfonie. Während andere Komponisten nicht minder erfolgreich in rein musikalischen Dimensionen dachten, war für Mahler ein weltanschaulicher Hintergrund der Musik geradezu essentiell. "Als wir auf das Wesen der Symphonie zu sprechen kommen, sagte ich, daß ich Strenge und Stil, die tiefe Logik, die innere Verbindung zwischen allen Motiven schafft, bewunderte. Das entsprach meiner Erfahrung, die ich beim Komponieren gemacht hatte. Mahler war gänzlich anderer Meinung. Nein, die Symphonie muss sein wie die Welt. Sie muss alles umfassen.'" (So Jean Sibelius im Rückblick auf ein Treffen mit Mahler in Helsinki.)
Tilman Schlömp
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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ralf Pleger lieferbar.