Gustav Mahler
(1860-1911)
Symphonie Nr. 6 a-Moll
Gustav Mahler komponierte seine Sechste Symphonie in den Jahren 1903/1904. Ihre Uraufführung, der Mahler zwei Revisionen des Notentextes folgen ließ, fand 1906 in Essen statt. Mit seiner viersätzigen Anlage und einem Kopfsatz, dessen Exposition nach Vorschrift des Komponisten wiederholt werden soll, ist das Werk vordergründig wie keine andere Symphonie Mahlers der klassischen Gattungstradition verpflichtet. Dennoch war der Komponist davon überzeugt, seine Sechste Symphonie würde "Rätsel aufgeben, an die sich nur eine Generation heranwagen darf, die meine ersten fünf in sich aufgenommen und verdaut hat." Und in der Tat sollte sich Mahlers Sechste als dasjenige Werk des Komponisten herausstellen, das der Nachwelt aufgrund seiner komplexen Satzstruktur und neuartigen Ausdrucksdichte die größten Schwierigkeiten bereitete. Besondere Anforderungen stellt das monumental angelegte Finale, dessen abruptes, den bisherigen Verlauf des Satzes in Frage stellendes Ende dazu geführt hat, dass der Symphonie der Beiname "Tragische" verliehen wurde.
Mark Schulze Steinen
Zeichen 8937