Gustav Mahler
(1860-1911)
Symphonie Nr. 5 cis-Moll
Viele Korrekturen durchlief die 5. Symphonie,
die Mahler in den Ferienmonaten 1901 und 1902 in seinem Komponierhäuschen
oberhalb von Maiernigg am Wörthersee, wo er sich eine durchaus ansehnliche
Villa gekauft hatte, komponierte. Schlechtes und Gutes lag hinter dem Hofoperndirektor:
die vergiftete Atmosphäre zwischen ihm und den Wiener Philharmonikern hatte
ihn zur Aufgabe der Leitung des Orchesters und seiner Konzerte gezwungen, eine
unangenehme Operation fesselte seine Arbeitswut, und - er lernte die fast 22
Jahre jüngere Alma Schindler kennen, welche er am 9. März 1902 heiratete.
Mit dieser Heirat hatten die getreuen Frauen an seiner Seite, die Schwester
Justine (die ihm lange Jahre den Haushalt geführt hatte) und die Bratschistin
Natalie Bauer-Lechner (die ihn gerne geehelicht hätte) ausgedient.
Der Sommer 1902 sah die beiden frisch Verheirateten in Teamarbeit: er komponierte
und sie kopierte; die Fünfte wurde vollendet
Der umfangreiche erhaltene Briefwechsel zwischen
Mahler und dem Verlag wirft ein klärendes Licht auf die Entstehungsgeschichte
dreier Exemplare der Dirigierpartitur mit weitgehenden Instrumentationsretuschen,
die für verschiedene Aufführungen eingerichtet wurden.
Christine Mitlehner
Zeichen 10659
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ralf
Pleger lieferbar