Bruno Maderna
(1920-1988)

Quartetto per archi in due tempi (1955)


Bruno Maderna empfing seine musikalisch-handwerklichen Impulse aus zwei Richtungen: zum einen brachte sein Lehrer Gian Francesco Mailipiero ihn mit alter Musik der Renaissance und des Frühbarock in Kontakt. Zum anderen machte ihn sein Mentor Hermann Scherchen auf die Darmstädter Ferienkurse aufmerksam, an denen Maderna seit 1951 regelmäßig teilnahm. Hier kam er mit der Zwölfton-Komponiermethode von Schönberg und dessen Schülern in Berührung.
Aus den so unterschiedlichen ästhetisch-handwerklichen Richtungen ergab sich in Gestalt des Komponisten Maderna eine beinahe klassizistische Klarheit des seriellen (Zwölfton-)Komponierens, eine spezifisch italienische Lesart der Schönberg-Methode.
Zu seinen verhältnismäßig streng seriellen Frühwerken gehört das Streichquartett in zwei Sätzen von 1955. Eine beinahe unendliche Melodie entwickelt sich über alle vier Streichinstrumente. Die Einheit dieses Klanggeflechts ist ebenso beeindruckend wie ihre Durchhörbarkeit.

Tilman Schlömp
Zeichen 3397

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