Guillaume de Machaut
(1300-1377 )

Musik der Ars Nova


"Ich empfing und öffnete die Briefe, aber ihr Geheimnis lag nicht für alle offen, weil ich sie ganz für mich allein las".
Die Entdeckung des eigenen Ich und die damit verbundene Intmität. Absonderung, Hinwendung ins Innere seiner Selbst - das scheint uns heute so natürlich wie das eigene Gesicht im Spiegel, aber in der Welt der "Ars nova" (etwa von 1320-1380) und des Guillaume Machaut bedeutete es ein neues Stadium des Menschseins. Die Menschen und insbesondere die Künstler spürten den Wunsch nach einer eigenen Sprache anstelle vorgegebener Wendungen und Metaphern. Nur dieser Entwicklung verdanken wir die Kenntnis des Dichters und Komponisten Guillaume de Machaut, und zwar nicht nur seiner Werke, sondern vor allem seines Namens und seiner Lebensstationen. Wir erkennen in ihm einen gebildeten, lebensfrohen Ratgeber und Sekretär von Königen und Fürsten, der ganz Europa durchreiste. Kanonikus in Reims verbrachte er seinen Lebensabend als "poète" als "le grant retthorique de nouvelle fourme", gepriesen als "mondain dieux d'armonie", anerkannt als Autorität auch noch lange nach seinem Tod im Jahre 1377.

Manuela Schwartz
Zeichen 10680

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