Witold Lutoslawski
(*1913)

Streichquartett (1964)


Lutoslawski ließ sich bei der Konzeption seines einzigen Streichquartettes von der Vorstellung vier voneinander unabhängig spielender Instrumentalisten leiten und schrieb das Werk nicht in Partitur nieder, sondern in vier separaten Einzelstimmen. Indem Lutoslawski über weite Stimmen auf Taktstriche verzichtet und es außerdem jedem Spieler freistellt, das Tempo einer bestimmten Tonfolge oder die Dauer eines Einzeltons beziehungsweise einer Pause im Rahmen von Richtwerten selbst zu bestimmen, gleicht der Zusammenklang der Stimmen einem Kaleidoskop, dessen Material ständig neue Gestalten hervorbringt. Lutoslawski selbst hat die Mobiles des amerikanischen op-art-Künstlers Alexander Calder als Vorbild für das kompositorische Zufallsprinzip seines Streichquartetts bezeichnet.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 5137

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