Franz Liszt
(1811-1886)

Sonate für Klavier h-Moll S. 178


Die motivisch-thematische Mannigfaltigkeit von Liszts Klaviersonate h-Moll und ihre komplizierte formale Anlage haben dazu geführt, dass analytische Betrachtungen des Werkes beide Aspekte oft getrennt voneinander behandeln - ein Ansatz, der Gefahr läuft, die Komposition als Ganzes aus den Augen zu verlieren. Das grösste Problem stellt im Rahmen entsprechender Deutungsversuche die Aufgabe dar, die formale Anlage des Werkes aus dem Geiste der klassischen Sonatenhauptsatzform mit Exposition, Durchführung, Reprise und Coda zu erklären und mit der traditionellen Mehrsätzigkeit der Gattung zu versöhnen. Doch war Liszt möglicherweise nicht gerade daran gelegen, die Sonate von diesen Traditionen zu befreien?

Mark Schulze Steinen
Zeichen 4205

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