Franz Liszt
(1811-1886)
Konzert Nr.2 A-Dur für Klavier und Orchester
Um Franz Liszt, schillernde Künstlerpersönlichkeit
des 19. Jahrhunderts, windet sich ein Rankenwerk von Legenden, beginnend mit dem
Beethovenschen "Weihekuß", den der elfjährige Franz nach
einem Konzert von dem Meister in Wien bekommen haben soll (was im übrigen
nicht stimmt) und endend mit seinem unbeachteten Tod im Trubel der Bayreuther
Wagner- Festspiele. Die Unmenge an Literatur über ihn ist in ihren Eckpunkten
geprägt von rückhaltloser Hingabe an das Bild eines genialen und gütigen
Künstlers und Priesters (ausgehend von der ersten Biographie Lina Ramanns)
und dem erst späteren Versuch Ernest Newmans, Liszt diese Maske vom Gesicht
zu reißen. In der Spannbreite eines Lebens zwischen Pariser Salons und römischem
Kloster, zwischen Lust und Askese, zwischen Egozentrik und selbstvergessenem Dienst
an der Kunst und ihren Jüngern stellt sich Liszt sowohl als Ausgebeuteter
wie auch Ausbeuter dar.
Christine Mitlehner
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