György Ligeti
(*1923)
Lux aeterna für 16-stimmigen Chor a cappella (1966)
Als György Ligeti auf der Flucht vor den sowjetischen
Truppen, die den Aufstand des ungarischen Volkes blutig niederschlugen, 1956
nach Deutschland kam, traf er hier auf eine musikalische Avantgarde, die in
den zurückliegenden Jahren Arnold Schönbergs Methode der "Komposition
mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen" zur Methode des seriellen
Komponierens verallgemeinert hatte. Diese Verallgemeinerung war im Rahmen der
traditionellen Klangmittel 1956 bereits weitgehend abgeschlossen. Werke wie
Le Marteau sans maître (1954) von Pierre Boulez, Gruppen für
drei Orchester (1955/56) von Karlheinz Stockhausen und Il canto sospeso
von Luigi Nono (1956) stellten nicht nur Meilensteine, sondern gleichzeitig
auch Höhepunkte dieser Entwicklung dar.
Ligeti widmete sich zunächst den Möglichkeiten der elektronischen
Klangerzeugung, um später seine Clustertechnik mit traditionellen Instrumenten
und Stimmen zu entwickeln.