György Ligeti
(* 1923)

Sonate für Violoncello solo (1948-1953)

Dialogo
Capriccio


Nach seiner Flucht 1956 in den Westen wurde Ligeti schnell zu einem der Protagonisten der postseriellen Avantgarde. Mit seinen in den späten 50er und frühen 60er Jahren geschrieben Werken entfernte er sich weit von seinen akademischen, neoklassizistischen Anfängen, und aus dieser Perspektive dürfte Ligeti auch die Sonate für Violoncello solo wie ein Relikt aus einer fernen Vergangenheit erschienen sein. In den 70er Jahren indes griff Ligeti in seinem Komponieren zunehmend wieder auf traditionelle musikalische Kategorien zurück; melodische Linien z.B., die in Werken wie Apparitions (1958/59) und Atmosphères (1961) noch als Fremdkörper gehandhabt werden, sind in den Melodien für Orchester (1971) oder dem Horntrio (1982) wieder integraler Bestandteil des kompositorischen Denkens.
In diese Zeit "postmoderner" Rückbesinnung fällt auch Ligetis Wiederentdeckung und späte Veröffentlichung seiner Sonate für Violoncello solo, deren Anfänge im Jahr 1948 - noch während seiner Zeit als Student am Kolozsvár-Konservatorium in Budapest - liegen. Zu der Zeit schrieb Ligeti ein Stück für Violoncello solo mit dem Titel Dialogo.

Jan Kopp
Zeichen 3609
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