Sonate für Violoncello solo (1948-1953)
Dialogo
Capriccio
Nach seiner Flucht 1956 in den Westen wurde Ligeti schnell
zu einem der Protagonisten der postseriellen Avantgarde. Mit seinen in den späten
50er und frühen 60er Jahren geschrieben Werken entfernte er sich weit von
seinen akademischen, neoklassizistischen Anfängen, und aus dieser Perspektive
dürfte Ligeti auch die Sonate für Violoncello solo wie ein
Relikt aus einer fernen Vergangenheit erschienen sein. In den 70er Jahren indes
griff Ligeti in seinem Komponieren zunehmend wieder auf traditionelle musikalische
Kategorien zurück; melodische Linien z.B., die in Werken wie Apparitions
(1958/59) und Atmosphères (1961) noch als Fremdkörper gehandhabt
werden, sind in den Melodien für Orchester (1971) oder dem Horntrio
(1982) wieder integraler Bestandteil des kompositorischen Denkens.
In diese Zeit "postmoderner" Rückbesinnung fällt auch Ligetis
Wiederentdeckung und späte Veröffentlichung seiner Sonate für
Violoncello solo, deren Anfänge im Jahr 1948 - noch während seiner
Zeit als Student am Kolozsvár-Konservatorium in Budapest - liegen. Zu
der Zeit schrieb Ligeti ein Stück für Violoncello solo mit dem Titel
Dialogo.
Jan Kopp
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