Leonardo Leo
(1694-1744)

Salve Regina F-Dur
Salve Regina c-Moll
+ Konzert für Violoncello und Streicher d-Moll


Was hätten Richard Wagner und E.T.A Hoffmann wohl über Leonardo Leos "Salve Regina" gesagt? Wieso gerade sie? Ganz einfach: Sie kannten diesen alten Neapolitaner und hatten ein anderes Werk von ihm, nämlich das "Miserere", zu einem Musterwerk erhoben. Der Romantiker Hoffmann würdigte darin mit erhobenem Finger "das tiefe Studium des Kontrapunkts, welches durchaus nötig ist, um im Kirchenstil zu schreiben", um gleichzeitig seinen Zeitgenossen vorzuwerfen, dass sie dieses Studium "gänzlich vernachlässigten" und dass es ihnen nur darum ginge "zu glänzen, der Menge zu imponieren oder wohl gar,
des schnöden Geldgewinstes wegen, dem augenblicklichen Zeitgeschmack zu frönen". Doch sah er nur die eine Seite der Medaille - sicher in Ermangelung eines Überblicks über Leos Gesamtschaffen. Denn auch Leo konnte und wollte es sich nicht leisten, am Geschmack seiner Zeitgenossen vorbei zu komponieren.
Dafür steht das "Salve Regina", ein Werk, dicht an den modernen Opernstil seiner Zeit angelehnt.

Carsten Niemann
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