Salve Regina F-Dur
Salve Regina c-Moll
+ Konzert für Violoncello und Streicher d-Moll
Was hätten Richard Wagner und E.T.A Hoffmann wohl
über Leonardo Leos "Salve Regina" gesagt? Wieso gerade sie? Ganz
einfach: Sie kannten diesen alten Neapolitaner und hatten ein anderes Werk von
ihm, nämlich das "Miserere", zu einem Musterwerk erhoben. Der
Romantiker Hoffmann würdigte darin mit erhobenem Finger "das tiefe
Studium des Kontrapunkts, welches durchaus nötig ist, um im Kirchenstil
zu schreiben", um gleichzeitig seinen Zeitgenossen vorzuwerfen, dass sie
dieses Studium "gänzlich vernachlässigten" und dass es ihnen
nur darum ginge "zu glänzen, der Menge zu imponieren oder wohl gar,
des schnöden Geldgewinstes wegen, dem augenblicklichen Zeitgeschmack zu
frönen". Doch sah er nur die eine Seite der Medaille - sicher in Ermangelung
eines Überblicks über Leos Gesamtschaffen. Denn auch Leo konnte und
wollte es sich nicht leisten, am Geschmack seiner Zeitgenossen vorbei zu komponieren.
Dafür steht das "Salve Regina", ein Werk, dicht an den modernen
Opernstil seiner Zeit angelehnt.
Carsten Niemann
Zeichen 4636