Hommage à R.Sch. op.15d (1990)
für Klarinette, Viola und Klavier
Der erste Satz der "Hommage à R. Sch."
entstand bereits 1975 für Studenten seiner Kammermusikklasse, mit denen
Kurtág Robert Schumanns "Märchenerzählungen" erarbeitet
hatte. Kurtágs künstlerisches Ziel war zu der Zeit, "eine solche
Kürze zu erreichen, daß jeder Moment wesentlich und wichtig ist und
sie zusammen eine Form ausfüllen, ohne die Balance zwischen zu wenig und
zu viel aufzugeben. Vor allem sollte alles Überflüssige weggelassen
werden, d. h. das meiste an Ausdruck und Inhalt mit den wenigsten Tönen
formuliert sein".
Bis Ende der 80er Jahre komponierte Kurtág einen Zyklus von sechs Miniaturen,
der 1990 veröffentlicht und am 8. Oktober 1990 in Budapest von Gellért
Tihanyi, Zoltán Gál und Márta Kurtág (Kurtágs
Frau) uraufgeführt wurde.
Die kurzen konzentrierten Charakterstücke versah der Komponist mit Überschriften,
die sich auf literarisch-musikalische Figuren der Romantik (E. T. A. Hoffmanns
Kapellmeister Kreisler, Schumanns Eusebius, Florestan, Meister Raro), auf einen
Tagebucheintrag von Franz Kafka, auf einen Vers des ungarischen Dichters Attilá
Joszef beziehen, um im letzten und längsten Stück die Erinnerung an
den bedeutenden Dichter und Komponisten der Ars nova, Guillaume de Machaut,
zu wecken.
Christine Mitlehner
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Zu diesem Werk ist auch ein Text von Ulrich Lenz lieferbar