Hommage à R.Sch. op.15d (1990)
für Klarinette, Viola und Klavier
Schumann hatte für sich eine ganze Palette Masken
entworfen, mittels derer er seine Ansichten in der "Neuen Zeitschrift für
Musik" lebendig zur Sprache brachte. So kreierte er die "Davidsbündler":
allen voran den empfindsamen, Jean Paul verwandten Eusebius, ihm gegenüber
der stürmische Florestan, dem Schumann Züge Beethovens und
des von E.T.A. Hoffmann erfundenen Kapellmeisters Kreisler verlieh (dem er selbst
mit seiner Kreisleriana op. 16 ein musikalisches Denkmal gesetzt hatte),
und der besonnene, die Rechte der Tradition einklagende Meister Rara.
In seiner 1990 entstandenen Hommage à R. Sch. op.15d für
Klarinette, Viola und Klavier hat der 1926 in Lugos (im heutigen Rumänien)
geborene ungarische Komponist György Kurtág Hoffmanns Kapellmeister
und Schumanns Gestalten zum Gegenstand von sechs, zumeist nur wenige Takte umfassenden
Charakterstücken gemacht.
Ulrich Lenz
Zeichen 2581
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine Mitlehner lieferbar