Divertimento
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte
Als der 19jährige Klein 1938 nach Prag zog, um dort
Klavier, Musikwissenschaft und schließlich Komposition bei Alois Hába
zu studieren, blieb dem als Wunderkind Gefeierten nur wenig Zeit, um seine Talente
auszubilden: Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1939
wurden ihm sukzessive die Teilnahme am Studium und öffentliche Auftritte
untersagt. Im Dezember 1941 wurde er in das KZ Theresienstadt verschleppt, wo
er unter widrigsten Umständen komponierte und konzertierte. Im Oktober
1944 wurde er in das KZ Auschwitz und anschließend in das nahegelegene
Außenlager Fürstengrube deportiert. Kurz vor der Befreiung des Lagers
kam er hier ums Leben.
Das Divertimento für Bläser ist noch keine zwanzig Jahre Teil des
Konzertrepertoires: Erst 1990 wurde es zusammen mit weiteren Werken und Skizzen
entdeckt, die Klein vor seiner Deportation nach Theresienstadt in Sicherheit
brachte. Geschrieben hat Klein das Stück zwischen dem 25. Juni 1939 und
dem 8. März 1940. Das Stück gilt heute als ein Schlüsselwerk
für die musikalische Entwicklung des Komponisten
Carsten Niemann
Zeichen 3904