Gideon Klein
(1919 - 1945)

Divertimento
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte


Als der 19jährige Klein 1938 nach Prag zog, um dort Klavier, Musikwissenschaft und schließlich Komposition bei Alois Hába zu studieren, blieb dem als Wunderkind Gefeierten nur wenig Zeit, um seine Talente auszubilden: Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1939 wurden ihm sukzessive die Teilnahme am Studium und öffentliche Auftritte untersagt. Im Dezember 1941 wurde er in das KZ Theresienstadt verschleppt, wo er unter widrigsten Umständen komponierte und konzertierte. Im Oktober 1944 wurde er in das KZ Auschwitz und anschließend in das nahegelegene Außenlager Fürstengrube deportiert. Kurz vor der Befreiung des Lagers kam er hier ums Leben.
Das Divertimento für Bläser ist noch keine zwanzig Jahre Teil des Konzertrepertoires: Erst 1990 wurde es zusammen mit weiteren Werken und Skizzen entdeckt, die Klein vor seiner Deportation nach Theresienstadt in Sicherheit brachte. Geschrieben hat Klein das Stück zwischen dem 25. Juni 1939 und dem 8. März 1940. Das Stück gilt heute als ein Schlüsselwerk für die musikalische Entwicklung des Komponisten

Carsten Niemann
Zeichen 3904

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