Taras
Bulba
Rhapsodie für Orchester
Leo Janáček kam 1854 in Hukvaldy,
einem Dorf im nordöstlichen Teil Mährens zur Welt. Der Vater war Dorfschullehrer
und Kantor der kleinen Kirche. Aus einem Aufsatz, den Janáček später
schrieb, läßt sich erahnen, wie eng und dürftig die Welt seiner
Kinderjahre gewesen ist. Dennoch oder gerade deshalb bedeutete Hukvaldy dem Komponisten
zeit seines Lebens mehr als ein zufälliger Geburtsort. Das Dorf und die es
umgebende Landschaft die Lachei bildeten für ihn das Zentrum
seines Daseins und einen stetigen Inspirationsquell. Unüberhörbar ist
seine enge Bindung an die heimische Folklore.
Alles wurde ihm zu Musik. In
dem Aufsatz Wozu ich mich bekenne schrieb Janáček: Auch
ich suchte Quellwasser mit der Wünschelrute; aber merkwürdig, wo immer
ich stand, wohin ich geriet, an Fels oder Sumpf: überall schlug die Rute
aus! Wenigstens ein Tröpfchen haftete dort, wo sie hinwies. Auch in der Dürre
fand ich Erfrischung. Im Telefonhörer, im Aktenstaub hundertjähriger
Aufzeichnungen; in der Flagge, die in rasendem Wirbel über der Burg flattert:
Ja, überall hörte ich Musik in Motiven banger Tränen, stechender
Rachsucht, tobenden Zornes, tiefen Haders.
Walter
Rösler
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