Leoš Janáček
(1854-1928)
Sinfonietta op. 60
Leoš Janáček gilt es immer noch zu entdecken,
jede Begegnung mit seiner Musik zieht den zunehmend faszinierten Hörer
in eine ungeheuer persönlich gefärbte, hochexpressive Klangwelt: Sind
nun mal meine Familie - die Noten. Haben Köpfchen und Füßchen,
verstehen sich aufs Laufen, Herumtollen, verstehen es, Tränen und Freude
zu entlocken. Es fällt schwer, sie einzufangen, sich auf sie zu verstehen
- das hat lange Zeit gebraucht. Und was für eine Menge auf einer einzigen
Zeile! Die wenigsten vergessen mich nicht; die verleugnen mich nicht: wir sind
Janáčeks. Ist es nicht Freude genug?
Dieser vitale Musiker von extrem persönlichen Anschauungen, ausgeprägtem
Beobachtungs- und psychologischem Einfühlungsvermögen sowie schriftstellerischer
Originalität ist einer "der vielseitigsten und spontansten Erscheinungen
der Musik des 20. Jahrhunderts", der auch lebhaft an den politischen und
sozialen Strömungen seiner Zeit Anteil nahm. Seine Sinfonietta schrieb
er aus dem Bewußtsein des jungen Geistes unserer Republik.
Christine Mitlehner
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