Paul Hindemith
(1895-1963)

Sonate für Bratsche solo op. 25 Nr.1


Die Stellung Hindemiths im 20. Jahrhundert schlüssig zu werten, fällt schwer: der Expressionismus seiner frühen (Opern)Kompositionen wich einer kühleren linear-polyphonen Schreibweise, die seine innere Umkehr zu deutscher musikalischer Tradition, musikalisiert in Bach und Schütz, dokumentiert. Er war praktizierender und schöpferischer Musiker, Bilderstürmer und Traditionalist, Antiromantiker und Mystiker, Theoretiker und unermüdlicher Pädagoge, der die Musik als moralisch-geistige Disziplin auffaßte und im gemeinsamen Musizieren eine soziale Aufgabe erblickte. Als Bratscher wußte er die Qualitäten des Instruments zu schätzen und für seine eigene kompositorische Arbeit fruchtbar zu machen. Sein Œuvre läßt bezüglich einer angemessenen Würdigung der Bratsche nichts zu wünschen übrig, sein eigenes Spiel adelte das Instrument gleichermaßen. Die Sonate für Bratsche allein op. 25 Nr. 1 (1922) steht inmitten einer Reihe von Viola-Kompositionen, darunter die Sonate für Viola und Klavier op. 11 Nr. 4 (1919), die Solosonate op. 11 Nr. 5 (1919), die Sonate in C (1939), die Kammermusik No. 5 (1927), die Konzertmusik op. 48 (1930) für Viola und größeres Kammerorchester, Der Schwanendreher nach alten Volksliedern für Viola und kleines Orchester (1935) oder die Trauermusik für Viola und Streichorchester (1936).

Christine Mitlehner
Zeichen 4669

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