Paul Hindemith
(1895-1963)

Symphonie "Mathis der Maler"


Hindemiths Interesse an der Komposition von Opernwerken schlug sich bereits in frühen Jahren in skandalträchtigen Einaktern wie "Mörder, Hoffnung der Frauen", "Das Nusch-Nuschi" (beide 1921) und "Sancta Susanna" (1922) nieder. Ein "Lehrstück" (gemeinsam mit Bertolt Brecht), eine Schuloper, der witzige Sketch "Hin und zurück" oder die komische Oper "Neues vom Tage" (mit einer Sängerin, die in der Badewanne ein Solo auf die Warmwasserversorgung singt) lassen Hindemiths humoriges und satirisches Potential erkennen. Mit provozierenden Sujets und expressiver wie frecher musikalischer Sprache überwand Hindemith in diesen Werken als "Bürgerschreck" die kunstreligiösen Ausformungen der Oper des 19. Jahrhunderts.
Die Oper "Mathis der Maler" schrieb Hindemith in den Jahren 1932-34. Es geht in diesem Bühnenwerk um Mathis Gothart Nithart, eher bekannt unter dem Namen Matthias Grünewald, der 1512-16 den berühmten Isenheimer Altar schuf. Hindemith schrieb das Libretto selbst und verankerte in den Stoff die Fragestellung nach den Aufgaben des Künstlers in der Gesellschaft. Für eine Konzerttournee der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler stellte der Komponist im Winter 1933-34 aus dem bereits vorliegenden Material die Sinfonie "Mathis der Maler" zusammen.

Christine Mitlehner
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