Paul Hindemith
(1895-1963)

Quartett
für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (1938)



Die Stellung Hindemiths im 20. Jahrhundert schlüssig zu werten, fällt schwer: der Expressionismus seiner frühen (Opern)Kompositionen wich einer kühleren linear-polyphonen Schreibweise, die seine innere Umkehr zu deutscher musikalischer Tradition, musikalisiert in Bach und Schütz dokumentiert. In seiner "Unterweisung im Tonsatz" (1937) setzt er sich deutlich von Atonalität und Zwölftonmusik ab, mit seinem Begriff der "Reihe" exemplifiziert er die Gültigkeit der Tonalität für alle Musik. Nach diesem Lehrbuch unterwarf er seine eigenen Werke einer kritischen Durchsicht und Korrektur! Er war praktizierender (Bratscher) und schöpferischer Musiker, Bilderstürmer und Traditionalist, Antiromantiker und Mystiker, Theoretiker und unermüdlicher Pädagoge, der die Musik als moralisch-geistige Disziplin auffaßte und im gemeinsamen Musizieren eine soziale Aufgabe erblickte.

Christine Mitlehner
Zeichen 6201
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