Joseph Haydn
(1732-1809)

Sinfonie Es-Dur Hob. I: 99


"Das beste Concert in London ist dasjenige, wovon Salomon der Entrepreneur ist, und daher Salomons-Concert heißt. Es besteht aus 12 bis 16 Violinen, 4 Bratschen, 5 Violoncellen, 4 Contrabäßen, Flöten, Oboen, Fagotten, Hörnern, Trompeten und Pauken - in allem 40 Personen", ist 1794 in der Berlinischen Musikalischen Zeitung zu lesen. Das Orchester, wird weiter geschildert, ist "en amphitheatre" platziert und wird vom "vortrefflichen" Salomon angeführt, wobei Haydn, der "die zwei letzten Carnevale hier gewesen und seine Sinfonien in Salomons Conzerte selbst drigiert hat, das Seinige dazu beigetragen" habe.
"Das Seinige" hatte Haydn immer beigetragen, vor allem in seiner langjährigen Kapellmeisterstellung am Hofe des Fürsten Nikolaus Esterházy. Der Tod des Fürsten im Jahre 1790 stürzte Haydn in keine existenziellen Schwierigkeiten, im Gegenteil: er sah sich mit einer fürstlichen jährlichen Pension entlassen, da der nachfolgende Sohn, Fürst Anton, das Orchester auflöste. Haydn blieb nominell auf seinem Posten und durfte anderweitig "hinzuverdienen". Als der Londoner Impresario Johann Peter Salomon ihn mit einem attraktiven Angebot für London gewann, stand der Komponist kurz vor seinem 59. Lebensjahr und fühlte sich "munter und bei guten Kräften", um die strapaziöse Reise in eine boomende Metropole anzutreten.

Christine Mitlehner
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