Joseph Haydn
(1732-1809)

Sinfonie Nr. 104 D-Dur Hob. I:104



Einhundertundvier Sinfonien hat Haydn geschrieben. Sie alle zu kennen und eine persönliche Auswahl zu treffen, ist bereits eine Lebensaufgabe für Dirigenten und Konzertveranstalter, die in ihren Planungen sicherheitshalber gerne auf die "Londoner" als Alterswerke zurückgreifen.
"Haydn war zutiefst bescheiden - aus Bescheidwissen..."schreibt Peter Gülke in seinem Essay "Nahezu ein Kant der Musik", das einige Mißverständnisse um den Komponisten thematisiert.
Viel zu lange Zeit haben Musikologen seine Musik in ein polarisiertes Spannungsfeld gestellt: durch die einen erfuhr "Papa Haydn" im Vergleich zu Mozart eine eher mäßige Würdigung, während andere in seiner Musik schon die kühnen Vorzeichen der Romantik emphatisch feierten. Verständlich an diesen Einschätzungen ist der Umstand, daß Haydns Künstlerleben in eine Epoche des musikalischen Stilwandels vom Spätbarock zur Wiener Klassik fiel. Dank seiner ebenso außergewöhnlichen wie selbstverständlichen Musikalität gelang es dem Komponisten, in seinem Werk die verschiedenen traditionellen Formen, Typen, Muster, Charakteristika und Techniken zu mischen oder zu transformieren, was Analytikern den Zugang zu seiner Originalität erschwert hat und noch erschwert.

Christine Mitlehner
Zeichen 6120

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