Joseph Haydn
(1732-1809)

Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz


Es war José Saens de Santamaria, Marquis von Valdes-Inigo und Domherr von Santa Cueva in Cádiz, der für die Karfreitagsfeierlichkeiten des Jahres 1787 bei Joseph Haydn eine Komposition über die sieben letzten Worte Jesu Christi in Auftrag gab. Haydn, der seinerzeit noch in festen Diensten des Grafen Nikolaus Esterházy stand, aber seit 1779 befugt war, Kompositionen zum eigenen Gewinn auf den Markt zu bringen, musste der Auftrag reizvoll erscheinen. Denn wie der Komponist später selbst berichtete, wurde in dem unterirdisch angelegten Kirchenbau mit einem besonders effektvollen Ritus des Gnadentods Jesu gedacht:
"Mauern, Fenster und Pfeiler der Kirche waren vollständig mit schwarzem Stoff bespannt, und nur eine einzige, von der Mitte der Decke herabhängende Lampe hob ein wenig dieses feierliche Dunkel auf. Mittags wurden alle Türen geschlossen, und die Musik setzte ein. Nach einem passenden Präludium stieg der Bischof auf die Kanzel, sprach eines der sieben Worte und erläuterte es. Danach stieg der Bischof für jedes weitere Wort immer wieder auf die Kanzel, und nach jeder Ansprache spielte das Orchester. Diesen besonderen Umständen musste meine Komposition Rechnung tragen."
Die Aufgabe war, wie Haydn zugab, "keine besonders einfache"... - und schuf drei Fassungen:
1785 Instrumentalfassung Hob. XX : 1a
1787 veröffentlicht (Entstehung nicht gesichert) Streichquartett Hob. XX: 1b (XXX:50-56)
1795 / 1796 Vokalfassung Hob. XX: 2

Mark Schulze Steinen
Zeichen 5479

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