Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz
Es war José Saens de Santamaria, Marquis von Valdes-Inigo
und Domherr von Santa Cueva in Cádiz, der für die Karfreitagsfeierlichkeiten
des Jahres 1787 bei Joseph Haydn eine Komposition über die sieben letzten
Worte Jesu Christi in Auftrag gab. Haydn, der seinerzeit noch in festen Diensten
des Grafen Nikolaus Esterházy stand, aber seit 1779 befugt war, Kompositionen
zum eigenen Gewinn auf den Markt zu bringen, musste der Auftrag reizvoll erscheinen.
Denn wie der Komponist später selbst berichtete, wurde in dem unterirdisch
angelegten Kirchenbau mit einem besonders effektvollen Ritus des Gnadentods
Jesu gedacht:
"Mauern, Fenster und Pfeiler der Kirche waren vollständig mit schwarzem
Stoff bespannt, und nur eine einzige, von der Mitte der Decke herabhängende
Lampe hob ein wenig dieses feierliche Dunkel auf. Mittags wurden alle Türen
geschlossen, und die Musik setzte ein. Nach einem passenden Präludium stieg
der Bischof auf die Kanzel, sprach eines der sieben Worte und erläuterte
es. Danach stieg der Bischof für jedes weitere Wort immer wieder auf die
Kanzel, und nach jeder Ansprache spielte das Orchester. Diesen besonderen Umständen
musste meine Komposition Rechnung tragen."
Die Aufgabe war, wie Haydn zugab, "keine besonders einfache"... -
und schuf drei Fassungen:
1785 Instrumentalfassung Hob. XX : 1a
1787 veröffentlicht (Entstehung nicht gesichert) Streichquartett
Hob. XX: 1b (XXX:50-56)
1795 / 1796 Vokalfassung Hob. XX: 2
Mark Schulze Steinen
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