Joseph Haydn
(1732-1809)

Streichquartett g-Moll op. 74 Nr. 3 Hob. III:74
Reiter-Quartett



Nach einer Reihe von sechs Streichquartetten, die Haydn 1790 für den freien Markt geschrieben hatte, widmete der Komponist seine nächste Serie von Quartetten dem Grafen Anton Apponyi, einem Wiener Musikmäzen und Logenbruder Haydns. Apponyi soll 450 Gulden für die Quartette bezahlt und sich damit das alleinige Nutzungsrecht für ein Jahr erworben haben. Erstaunlicherweise führte Haydn diese Quartette später in einem Verzeichnis seiner in London entstandenen Werke auf, obwohl sie zweifellos in und für Wien entstanden sind. Haydns Unternehmergeist schlug hier buchstäblich zu Buche: Denn die Apponyi-Quartette waren von vornherein auch für Aufführungen in der englischen Metropole vorgesehen, und zumindest drei von ihnen erklangen nach Ablauf von Apponyis Nutzungsrecht 1794 in den Londoner Konzerten von Johann Peter Salomon.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 5599

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