Georg Friedrich Händel
(1685-1759)

"Donna, che in ciel di tanta luce splendi" HWV 233
Cantata a voce sola con stromenti e coro

In Hamburg veranstaltete Telemann öffentliche Konzerte gegen Eintritt mit gedruckten Programmen. Es war auch Hamburg, in dem das erste öffentliche Opernhaus seine Pforten für die Allgemeinheit öffnete.
Hier fand der 18-jährige Georg Friedrich Händel, aus Halle kommend, seine erste Anstellung als Geiger, begleitender Cembalist und Kapellmeister. Hier wurden schon sein Passions-Oratorium und seine Opern wie "Almira" oder "Nero" aufgeführt. Als Händel merkte, dass die Hamburger Tätigkeiten ihn nicht mehr weiter brachten, suchte er nach neuen Anregungen. Er, ein protestantischer Sachse, fand sie im katholischen Italien, wo er im Alter von 21 Jahren mit offenen Armen empfangen wurde: "Es ist ein Sachse in dieser Stadt eingetroffen, der ein ausgezeichneter Cembalospieler und Komponist ist, der heute sein überragendes Können auf der Orgel von San Giovanni in Laterano zeigte, zum Erstaunen aller".
Die sogenannte "Marienkantate" HWV 233, die vermutlich am 2. Februar 1708 in Rom aufgeführt wurde, war Händel von der Stadt Rom in Auftrag gegeben worden. Wie aus dem Untertitel hervorgeht, erklang die Kantate zum Gedenken an das verheerende Erdbeben, das 1703 die Umgebung Roms erschüttert, die Stadt direkt aber verschont hatte. Das Datum hat aber noch eine weitere, das Kirchenjahr betreffende Bedeutung.

Christine Mitlehner
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