In Hamburg veranstaltete Telemann öffentliche Konzerte
gegen Eintritt mit gedruckten Programmen. Es war auch Hamburg, in dem das erste
öffentliche Opernhaus seine Pforten für die Allgemeinheit öffnete.
Hier fand der 18-jährige Georg Friedrich Händel, aus Halle kommend,
seine erste Anstellung als Geiger, begleitender Cembalist und Kapellmeister.
Hier wurden schon sein Passions-Oratorium und seine Opern wie "Almira"
oder "Nero" aufgeführt. Als Händel merkte, dass die Hamburger
Tätigkeiten ihn nicht mehr weiter brachten, suchte er nach neuen Anregungen.
Er, ein protestantischer Sachse, fand sie im katholischen Italien, wo er im
Alter von 21 Jahren mit offenen Armen empfangen wurde: "Es ist ein Sachse
in dieser Stadt eingetroffen, der ein ausgezeichneter Cembalospieler und Komponist
ist, der heute sein überragendes Können auf der Orgel von San Giovanni
in Laterano zeigte, zum Erstaunen aller".
Die sogenannte "Marienkantate" HWV 233, die vermutlich am 2. Februar
1708 in Rom aufgeführt wurde, war Händel von der Stadt Rom in Auftrag
gegeben worden. Wie aus dem Untertitel hervorgeht, erklang die Kantate zum Gedenken
an das verheerende Erdbeben, das 1703 die Umgebung Roms erschüttert, die
Stadt direkt aber verschont hatte. Das Datum hat aber noch eine weitere, das
Kirchenjahr betreffende Bedeutung.
Christine Mitlehner
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