Israel in Ägypten HWV 54 (1738-1739)
(in Felix Mendelssohn Bartholdys Düsseldorfer
Aufführungsversion von 1833)
1. Teil: Trompeten-Ouvertüre op. 101 von Felix Mendelssohn
Bartholdy
2. Teil: Der Auszug
3. Teil: Moses' Gesang
Mit der Aufführung seiner Bearbeitung von Händels
Oratorium "Israel in Egypt" leitete Felix Mendelssohn Bartholdy eine
langjährige fruchtbare musikalische Beziehung zur Stadt Düsseldorf
und insbesondere zu dem vom Musikverein der Stadt organisierten Niederrheinischen
Musikfest ein. Zugleich verhalf er auch Händels Komposition in Deutschland
zum Durchbruch. Händel hatte das Oratorium, das den Auszug der Israeliten
aus Ägypten schildert, am 4. April 1739 im Londoner King's Theatre zur
Uraufführung gebracht. Nach der Uraufführung hatte der Komponist das
Werk mehrfach umgearbeitet.
Nach Händels Tod setzte sich in England eine Aufführungstradition
durch, die auf den ersten Akt, für den Händel seine Trauermusik für
Königin Caroline fast notengetreu wiederverwendet hatte, weitgehend verzichtete.
Für seine eigene Bearbeitung stützte sich Mendelssohn auf eine ebenfalls
gekürzte und behutsam neu instrumentierte Fassung, welche die Singakademie
zu Berlin 1831 für die deutsche Erstaufführung des Werks hatte anfertigen
lassen; weil in dem Saal des Beckerschen Gartenlokals in Düsseldorf, in
dem die Wiederaufführung stattfand, eine Orgel fehlte, erweiterte Mendelssohn
die Bläserpartien. Ferner stellte er dem Werk seine 1825 entstandene Trompetenouvertüre
voran und ergänzte das Oratorium um Rezitative einer vor 1770 entstandenen
Bearbeitung von Händels Assistenten John Christopher Schmidt, auf die er
kurz vor der Aufführung in London gestoßen war.
Das Aufführen "Alter Musik" war für Mendelssohn kein weihevoller
Akt, sondern schlicht eine Selbstverständlichkeit. Sein Interesse an der
Musik des 18. Jahrhunderts basierte auf sehr lebendigen Traditionen. Schon seine
Tante Sarah Levy - eine Schülerin von Wilhelm Friedemann Bach - hatte die
Musik ihrer Jugendzeit in der preußischen Hauptstadt lebendig gehalten.
Sie stand dabei in engem Kontakt zur Singakademie zu Berlin, der Mendelssohns
Lehrer Carl Friedrich Zelter vorstand. Auch in dieser Institution gehörte
die Pflege wichtiger Barockmeister wie Händel, Bach, Fasch und Graun zum
Alltag. Dass Mendelssohn im Jahre 1829 die Matthäus-Passion von Bach und
auch Händels "Acis und Galathea" wiederaufführte, war da
nur ein konsequenter Schritt in die bereits eingeschlagene Richtung.
Carsten Niemann
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