Georg Friedrich Händel
(1685-1759)

Israel in Ägypten HWV 54 (1738-1739)
(in Felix Mendelssohn Bartholdys Düsseldorfer Aufführungsversion von 1833)

1. Teil: Trompeten-Ouvertüre op. 101 von Felix Mendelssohn Bartholdy
2. Teil: Der Auszug
3. Teil: Moses' Gesang


Mit der Aufführung seiner Bearbeitung von Händels Oratorium "Israel in Egypt" leitete Felix Mendelssohn Bartholdy eine langjährige fruchtbare musikalische Beziehung zur Stadt Düsseldorf und insbesondere zu dem vom Musikverein der Stadt organisierten Niederrheinischen Musikfest ein. Zugleich verhalf er auch Händels Komposition in Deutschland zum Durchbruch. Händel hatte das Oratorium, das den Auszug der Israeliten aus Ägypten schildert, am 4. April 1739 im Londoner King's Theatre zur Uraufführung gebracht. Nach der Uraufführung hatte der Komponist das Werk mehrfach umgearbeitet.
Nach Händels Tod setzte sich in England eine Aufführungstradition durch, die auf den ersten Akt, für den Händel seine Trauermusik für Königin Caroline fast notengetreu wiederverwendet hatte, weitgehend verzichtete. Für seine eigene Bearbeitung stützte sich Mendelssohn auf eine ebenfalls gekürzte und behutsam neu instrumentierte Fassung, welche die Singakademie zu Berlin 1831 für die deutsche Erstaufführung des Werks hatte anfertigen lassen; weil in dem Saal des Beckerschen Gartenlokals in Düsseldorf, in dem die Wiederaufführung stattfand, eine Orgel fehlte, erweiterte Mendelssohn die Bläserpartien. Ferner stellte er dem Werk seine 1825 entstandene Trompetenouvertüre voran und ergänzte das Oratorium um Rezitative einer vor 1770 entstandenen Bearbeitung von Händels Assistenten John Christopher Schmidt, auf die er kurz vor der Aufführung in London gestoßen war.
Das Aufführen "Alter Musik" war für Mendelssohn kein weihevoller Akt, sondern schlicht eine Selbstverständlichkeit. Sein Interesse an der Musik des 18. Jahrhunderts basierte auf sehr lebendigen Traditionen. Schon seine Tante Sarah Levy - eine Schülerin von Wilhelm Friedemann Bach - hatte die Musik ihrer Jugendzeit in der preußischen Hauptstadt lebendig gehalten. Sie stand dabei in engem Kontakt zur Singakademie zu Berlin, der Mendelssohns Lehrer Carl Friedrich Zelter vorstand. Auch in dieser Institution gehörte die Pflege wichtiger Barockmeister wie Händel, Bach, Fasch und Graun zum Alltag. Dass Mendelssohn im Jahre 1829 die Matthäus-Passion von Bach und auch Händels "Acis und Galathea" wiederaufführte, war da nur ein konsequenter Schritt in die bereits eingeschlagene Richtung.

Carsten Niemann
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