Symphonie c-Moll (1863/64)
Den direkten Anstoss zur Komposition der c-Moll-Sinfonie
gab der eine Generation ältere dänische Sinfoniker Niels W. Gade:
Die Klavierstücke op. 1 und die Lieder op. 2, die Grieg ihm nach seiner
Übersiedelung nach Kopenhagen zur Prüfung vorgelegte, hatte Gade als
reine Talentproben (miss-)verstanden und dem jüngeren Kollegen geraten,
sein kompositorisches Handwerk an einer Sinfonie zu erproben. Grieg, der sich
zunächst mit Feuereifer ans Werk machte, konnte schon nach zwei Wochen
den ersten Satz in Partitur vorweisen, mühte sich dann aber über ein
Jahr mit den übrigen Sätzen ab. Später erinnerte sich Grieg in
einem Brief an seinen Leipziger Verleger, dass ihm die Mittelsätze der
Sinfonie bei ihren ersten Aufführungen zwar gefallen haben, sie aber einer
bereits überwundenen, an Schumann orientierten Phase seiner künstlerischen
Entwicklung angehörten.
Griegs c-Moll-Sinfonie als Werk aus Studientagen abzutun, geschweige denn an
ihrem Aufführungsverbot festzuhalten ("Darf nie aufgeführt werden!"
hatte Edvard Grieg 1867 auf das Titelblatt seiner c-Moll-Sinfonie geschrieben),
hiesse, ihrer Musik Unrecht tun.
Mark Schulze Steinen
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