Edvard Grieg
(1843-1907)

Symphonie c-Moll (1863/64)


Den direkten Anstoss zur Komposition der c-Moll-Sinfonie gab der eine Generation ältere dänische Sinfoniker Niels W. Gade: Die Klavierstücke op. 1 und die Lieder op. 2, die Grieg ihm nach seiner Übersiedelung nach Kopenhagen zur Prüfung vorgelegte, hatte Gade als reine Talentproben (miss-)verstanden und dem jüngeren Kollegen geraten, sein kompositorisches Handwerk an einer Sinfonie zu erproben. Grieg, der sich zunächst mit Feuereifer ans Werk machte, konnte schon nach zwei Wochen den ersten Satz in Partitur vorweisen, mühte sich dann aber über ein Jahr mit den übrigen Sätzen ab. Später erinnerte sich Grieg in einem Brief an seinen Leipziger Verleger, dass ihm die Mittelsätze der Sinfonie bei ihren ersten Aufführungen zwar gefallen haben, sie aber einer bereits überwundenen, an Schumann orientierten Phase seiner künstlerischen Entwicklung angehörten.
Griegs c-Moll-Sinfonie als Werk aus Studientagen abzutun, geschweige denn an ihrem Aufführungsverbot festzuhalten ("Darf nie aufgeführt werden!" hatte Edvard Grieg 1867 auf das Titelblatt seiner c-Moll-Sinfonie geschrieben), hiesse, ihrer Musik Unrecht tun.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3852

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