Petite Suite Gauloise op. 90
für Flöte, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei
Fagotte
"Dass ein Musiker vom Rang des Herrn Gouvy in Paris
noch so wenig bekannt ist, während Schwärme von Mücken das Publikum
mit ihrem hartnäckigen Gesumm belästigen, das muss jene einfachen
Gemüter verwundern und empören, die noch an den Sinn und die Gerechtigkeit
unserer musikalischen Gepflogenheiten glauben."
Trotz der energischen Worte, mit denen Hector Berlioz 1851 für den 32jährigen
Komponisten trommelte, musste Louis Thédore Gouvy lange warten, bis ihm
die erhoffte Anerkennung in Frankreich zuteil wurde. Zwar hatte er bereits in
jungen Jahren in Paris mit symphonischen Werken auf sich aufmerksam machen können.
Fachleute waren sich auch bald darüber einig, dass Gouvy "französische
Anmut, Eleganz und klare Logik mit dem deutschen Geist und dessen Tiefe und
Phantasie" zu verbinden wisse. Dennoch blieb er ein Geheimtipp: ein allgemeines
Interesse an symphonischer Musik sollte in Frankreich erst gegen das Ende des
Jahrhunderts erwachen.
Carsten Niemann
Zeichen 3978