Michail Glinka
(1804-1857)
Trio pathétique d-Moll (1832)
für Klavier, Klarinette und Fagott
Vortragsbezeichnungen, die den Tonfall - Charakterisierungen der Sprache entlehnt sind, spielen in der Musik eine große Rolle. Mit "pathetischem" Tonfall vorzutragen waren im 18. Jahrhundert zunächst Vokalstücke, vor allem solche in feierlichen Oden oder tragischen Opern, da sich der aus der Rhetorik übernommene Begriff des Pathos hier direkt an das Wort klammern konnte. Noch zu Zeiten Ludwig van Beethovens befand man Instrumentalmusik als ungeeignet, des "Pathetischen" gerecht zu werden. Ob Beethoven, der 1799 seine Klaviersonate c-Moll (op. 13) mit dem Epitheton pathétique versah (oder dies zumindest zuließ), eine Aufwertung der Instrumentalmusik im Sinn hatte, ist kaum nachweisbar. Immerhin schien er mit Nachdruck darauf hinweisen zu wollen, mit welch besonderer Geste Vortragende wie Zuhörer dem Werke begegnen sollten. Seit Beethovens Sonate op.13 wählte eine Reihe von Komponisten pathétique als Beinamen für Instrumentalkompositionen von besonders gewichtigem Gehalt, unter ihnen Michail Glinka (Trio pathétique 1832), Franz Liszt (Concerto pathétique 1856) und Peter Tschaikowsky (Symphonie pathétique 1893) .
Ralf Pleger
Zeichen 7652
Zu diesem Werk ist auch ein Text von Christine
Mitlehner lieferbar