Beat Furrer
(*1954)

auf tönernen füszen für Stimme und Flöte (2000/2001)


Nach herkömmlichem Verständnis müßte man ein Stück für Stimme und Flöte als "Duett" oder "Duo" bezeichnen. Kaum eine Bezeichnung jedoch könnte irreführender sein als diese, um Beat Furrers in den Jahren 2000/2001 entstandene Komposition auf tönernen füszen zu charakterisieren. Denn "Duett" und "Duo" implizieren ein Begegnen und Kommunizieren zweier musikalischer Stimmen auf einer gemeinsamen Ebene, die in der Regel durch den Raum distinkter Tonhöhen und Rhythmen gebildet wird. Unabhängig davon, welchen Bedingungen die beteiligten Instrumente bei der Klangerzeugung noch unterworfen sind, fügen sie sich den Regeln dieser beiden Parameter. Und erst durch diese Gemeinsamkeit wird jenes musikalische Spiel möglich, das man gemeinhin als Musizieren bezeichnet.
Die musikalische Konstellation von Furrers Werk ist jedoch eine andere als im Duo. Während die Stimme weitgehend auf eine Sprechstimme reduziert ist, deren Klang zwischen "geflüstert" und "halb stimmhaft" changiert, fächert der Komponist die Flöte zu einem komplexen Apparat unterschiedlicher Artikulationsweisen auf.

Jan Kopp
Zeichen 3638

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