César Franck
(1822-1890)
Symphonie d-Moll op. 48
gewidmet meinem
Freund Henri Duparc
Das Werk des Organisten und Professors der
Orgelklasse am Pariser Konservatorium wurde am 17. Februar 1889 von der Société
des Concerts du Conservatoire unter der Leitung von Jules Garcin in Paris uraufgeführt.
Franck war 67 Jahre alt und mußte sich von seinen Kollegen und Kritikern
"Anmerkungen" gefallen lassen: seine Symphonie sei ein "Bekenntnis
zur Impotenz, zum Dogma erhoben"; Ambroise Thomas bemängelte die ständige
Wiederkehr des ersten Themas in den verschiedensten Tonarten, ein anderer machte
sich über den Einsatz des Englischhorns lustig, Hanns Eisler geißelte
die Komposition später als "tiefsinnigen Schwulst". Heute denkt
keiner (außer den nach-denkenden Verfassern von Programmheften) mehr sonderlich
darüber nach, ob man nach Beethoven überhaupt eine Symphonie komponieren
könne, ob die Franck'sche Symphonie eine fragwürdige Ästhetik habe,
oder wie ihre eklektischen Bezüge zu Liszt und Wagner zu bewerten seien.
Die d-Moll Symphonie ist Bestandteil des Konzertrepertoires, und ihre sogkräftige
Musik ist etwas für kulinarische Melancholiker, die mit den Ohren schmausen
und mit den Gefühlen duseln möchten.
Christine Mitlehner
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