Jean Françaix
(1912-1997)

Sonatine für Klavier und Violine (1934)


Françaix' Werkverzeichnis umfasst Opern, Ballette, Orchesterwerke, konzertante Werke für Solo-Instrumente und Orchester und nicht zuletzt Kammermusik unterschiedlicher Besetzung. Françaix' Name ist verbunden mit der neoklassizistischen Bewegung in der französischen Musik des 20. Jahrhunderts, die von Erik Satie und der Komponistengruppe "Les Six" ihren Ausgang nahm. Seine erklärte Absicht ist es, "Musique pour faire plaisir" - "Musik, die Vergnügen bereiten soll" - zu schreiben, eine Musik, "die man anhören kann, ohne den Kopf in beide Hände zu stützen", wie es Jean Cocteau formulierte. Orientierungspunkt für ihn ist die Musik des französischen "grand siècle", die Werke von Couperin und Rameau, unverkennbar aber auch seine Neigung zu Mozart, Schubert und Bach. Das bedeutet nicht Stilkopie, sondern den gleichen Sinn für Leichtigkeit, Esprit und Transparenz des Klangs wie bei den genannten Meistern.
Diese Eigenschaften finden wir in seiner Sonatine für Klavier und Violine (1934) wieder.

Walter Rösler
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