Sonatine für Klavier und Violine (1934)
Françaix' Werkverzeichnis umfasst Opern, Ballette,
Orchesterwerke, konzertante Werke für Solo-Instrumente und Orchester und
nicht zuletzt Kammermusik unterschiedlicher Besetzung. Françaix' Name
ist verbunden mit der neoklassizistischen Bewegung in der französischen
Musik des 20. Jahrhunderts, die von Erik Satie und der Komponistengruppe "Les
Six" ihren Ausgang nahm. Seine erklärte Absicht ist es, "Musique
pour faire plaisir" - "Musik, die Vergnügen bereiten soll"
- zu schreiben, eine Musik, "die man anhören kann, ohne den Kopf in
beide Hände zu stützen", wie es Jean Cocteau formulierte. Orientierungspunkt
für ihn ist die Musik des französischen "grand siècle",
die Werke von Couperin und Rameau, unverkennbar aber auch seine Neigung zu Mozart,
Schubert und Bach. Das bedeutet nicht Stilkopie, sondern den gleichen Sinn für
Leichtigkeit, Esprit und Transparenz des Klangs wie bei den genannten Meistern.
Diese Eigenschaften finden wir in seiner Sonatine für Klavier und Violine
(1934) wieder.
Walter Rösler
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