Jean Francaix
(1912-1997)

Trio
für Violine, Viola und Violoncello (1933)


Mit dem Sprung in das 20. Jahrhundert zu Jean Francaix's Streichtrio springen wir rückwärts gewandt vorwärts und hüpfen dabei leichtsinnig neoklassizistisch an manchem musikalischen Bleichgesicht vorbei, das sich durch die Bleigewichte seiner kompositorischen Theorien in sonnenabgewandten Gefilden festgenagelt sieht. Doch will ich ehrlich sein: Beim Komponieren sind die schönsten Theorien das allerletzte, woran ich denke. Meine Lehrerin Nadia Boulanger hat sich stets vergeblich bemüht, mir Harmonie und Kontrapunkt oder gar das Schreiben von Fugen beizubringen. Um aber ihren Ruf zu wahren, pflegte sie zu sagen, ich würde dies alles instinktiv beherrschen. Und was er nicht beherrschte, schrieb er eben nicht...
Das schränkte sein Oeuvre jedoch nicht ein.

Christine Mitlehner
Zeichen 2342
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