Jean Françaix
(1912-1997)

Octuor
pour clarinette, cor, basson, 2 violons, alto, violoncelle et contrebasse (1972)


Eine Fülle von Werken aller Gattungen legt Zeugnis ab von der Sicherheit von Francaix' Handwerk, der spielerischen Leichtigkeit, dem Witz und der Eulenspiegelei seiner Kompositionen. Denn letztendlich "bin ich doch seit meiner frühesten Jugend vom Komponieren wie besessen. Ein leeres Blatt, auf dem allmählich das Werk entsteht - welch ein Sinnesrausch! Seinem persönlichen Gefängnis entfliehen zu können - welch Privileg! Und dies ganz ohne Risiko: Denn sollte sich die Botschaft einmal als wertlos erweisen, so werde ich nicht mehr auf dieser Welt sein. Gott wird mich trösten - wenn er gewillt ist, mich zu sich zu nehmen", schreibt der mit einem glücklichen Temperament ausgestattete Franzose. Wir sind sicher, dass er aufgenommen wurde und dort mit Franz Schubert gemeinsam auf Wolke 7 sitzt, um ihm von dem Oktett zu erzählen, welches er im Gedenken an ihn 1972 komponiert hat - "à la mémoire vénérée de Franz Schubert". Das Octuor de Paris hatte Françaix gebeten, ein Werk als Ergänzung zum Schubert-Oktett zu komponieren, um damit ein abendfüllendes Konzertprogramm in gleicher Besetzung bieten zu können. Er kam dem Wunsch nach einem "Lückenbüßer" (wie er selbst sagte) gerne nach. Das Ensemble hob es am 7. November 1972 in Schuberts Heimatstadt Wien aus der Taufe.

Christine Mitlehner
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