Konzert für Violine und Orchester a-Moll
op. 53
Das Violinkonzert gehört der sogenannten slawischen Periode im Schaffen Dvoráks an, jenem Zeitabschnitt in den siebziger und achtziger Jahren, in dem sich der Komponist mit besonderer Intensität der heimatlichen Folklore als Grundlage seiner Kompositionen zuwendet. Wie der in zeitlicher Nachbarschaft entstandene erste Zyklus der Slawischen Tänze, der Slawischen Rhapsodien und andere Werke ist das Violinkonzert von den Intonationen tschechischer Volkslieder und -tänze durchdrungen. Charakteristisch für das Werk - und das gilt auch für Dvoráks Cellokonzert und sein Klavierkonzert - ist seine Verbindung des konzertierenden mit dem sinfonischen Prinzip. Als "dreisätzige Sinfonien, deren Organismus sich auch der Part des konzertant exponierten Instruments unterordnet", hat der Dvorák-Forscher Otakar ourek Dvoráks Instrumentalkonzerte bezeichnet. Der klassische Formenkanon - Sonaten- und Rondoform - bleibt verbindlich, wird aber frei gehandhabt.
Walter Rösler