Streichquartett G-Dur op. 106
Antonin Dvorák wuchs in eine Zeit gesellschaftlicher
Umbruchsstimmung hinein, in der patriotische Bestrebungen sich für eine
"nationale Wiedergeburt" stark machten, die auch die Künstler
erfasste. Eine Rückbesinnung auf die Wurzeln tschechischer Musik ließ
ihn wie auch Bedrich Smetana (unter dessen Leitung Dvorák jahrelang als
Bratscher im Orchester des Prager Interimstheaters gespielt hatte) sich mit
der tschechischen Volksmusik beschäftigen. Aus ihr schöpfte er die
rhythmischen Kräfte und die spezifischen Klangfarben seiner Musik, die
sich mit seinem an den klassischen Meistern geschulten und kurzfristig am Werk
Wagners und Liszts orientierten Denken und Empfinden verbanden. Der Ruf nach
New York, wo er vom September 1892 bis zum Frühjahr 1895 als Direktor des
National Conservatory wirkte, krönte seine Karriere, die mit zahlreichen
Auszeichnungen und Ämtern belohnt wurde.
Nach seiner Rückkehr aus Amerika in die geliebte Heimat vollendete Dvorák
die beiden letzten Streichquartette G- Dur und As-Dur.
Christine Mitlehner
Zeichen 3090