Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95
Aus der neuen Welt
Antonín Dvorák gewann in den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Maße nationales und internationales Ansehen. Dvoráks Ruhm drang auch in die USA, wo Dirigenten wie Anton Seidl unhd Arthur Nikisch für ihn eintraten. Als Jeanette Thurber, eine amerikanische Mäzenatin und Millionärin, beabsichtigte, an die Spitze des 1885 von ihr gegründeten New Yorker National Conservatory eine europäische Berühmtheit zu stellen, fiel ihre Wahl auf Dvorák. 1891 unterbreitete sie ihm ein telegraphisches Angebot: 15 000 Dollar für eine jährlich nur achtmonatige Tätigkeit als Kompositionslehrer. (Das waren 30 000 Gulden oder 60 000 Mark - deren damals immens hohen Kaufwert man bedenken sollte. Für seine Lehrtätigkeit am Prager Konservatorium bekam Dvorák jährlich nur 1 200 Gulden.) Dvorák lehnte zunächst ab. Nach erneutem Drängen von Frau Thurber unterschrieb er dann doch einen Vertrag als Direktor des National Conservatory und reiste Mitte September 1892 nach New York.
Walter Rösler