Serenade
für Streichorchester E-Dur op. 22
Dvorák schrieb die Partitur der Serenade vom 3.-14. Mai 1875, die am 10. Dezember 1876 in Prag durch die Prager Philharmonie unter der Leitung von Adolf Cech uraufgeführt wurde. Es ist ein durch und durch liebenswürdiges Stück, mit Sätzen von zarter Kantabilität und übermütiger Fröhlichkeit, harmonischer Ausgeglichenheit, formaler Symmetrie und der Tendenz, die Themen imitatorisch in den Streichergruppen zu verschränken. Ein quasi zyklischer Bogen wird am Schluß der Serenade durch die Reminiszenz an das Larghetto-Thema im Violoncello und an das Hauptthema des 1. Satzes gespannt. Der liebenswerte Biograph Otakar Sourek wird nicht müde, darauf zu verweisen, daß Dvorak in der Zeit ein junger Ehemann war, weshalb er aus den Sätzen "erotische Beseligung" , "Gefühle der Liebessehnsucht" und "erotische Gefühlsentbranntheit" herausempfindet.
Christine Mitlehner