Claude Debussy
(1862-1918)

Sonate für Violine und Klavier (1916/1917)


Bei der Uraufführung des Werks am 5. Mai 1917 mit dem Geiger Gaston-Poulet hatte der todkranke Debussy zum letzten Mal öffentlich musiziert. Zehn Monate später, in der Nacht vom 25. zum 26. März, erlag er - während Paris von deutscher Artillerie beschossen wurde - seinem Krebsleiden. Die Sonate für Violine und Klavier gehört zu einem geplanten Zyklus von sechs Sonaten für verschiedene Instrumente ("Six Sonates pour divers instruments"), von denen jedoch nur drei vollendet werden konnten. Die Violinsonate ist Debussys letzte größere Komposition. Dennoch ist sie kein Abschiedswerk, sondern eher ein Zeugnis vom Lebenswillen des Komponisten. Dem Freund Vallery-Radot schrieb er über die Sonate: "Einer vielleicht ganz natürlichen Selbstspaltung zufolge ist sie voller Leben, fast fröhlich".

Walter Rösler
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