Streichquartett g-Moll op. 10
Debussys einziges Streichquartett, komponiert 1893 und
am 29. Dezember desselben Jahres vom Ysaÿe-Quartett uraufgeführt,
verwirrte seine Zuhörer:
Die einen fanden es "sehr sinnlich und dekadent", andere erkannten
"russische Einflüsse", ein belgischer Musiker hörte Gamelanklänge
und Chausson vermisste die "Würde der Form"...
Was auch immer alle meinten, Form und Struktur des Werks sind klar und deutlich
erkennbar: Das Quartett steht in viersätziger Sonatenform mit einem Scherzo
und einem langsamen Satz in dreiteiliger Liedform und mit Ecksätzen in
Sonatenhauptsatzform. Alle Sätze beziehen sich auf das Hauptthema, das
im ersten Satz gleich zu Beginn exponiert wird und somit dem Werk als Ganzem
klassische Einheitlichkeit verleiht. Aber auch ein zweites Thema fehlt nicht,
das am Ende der Exposition des 1. Satzes eingeführt wird.
Christine Mitlehner
Zeichen 3405