Claude Debussy
(1862-1918)

Sonate für Flöte, Viola und Harfe


1915/16 schrieb Debussy in einer Phase ungeheurer schöpferischer Produktivität innerhalb weniger Monate einen Großteil seines kammermusikalischen Spätwerks, darunter auch die Sonate für Flöte, Viola und Harfe "in der alten Form, sehr geschmeidig, ohne die schwülstige Ausdrucksweise der modernen Sonaten." (Debussy)
Ist aus dem jugendlichen Rebellen ein älterer Wertkonservativer geworden? Sagen wir so: Alle charakteristischen Merkmale seines Stils, der der französischen Musik den neuartigen Stempel des "Impressionismus" aufgedrückt hatte, sind im Trio nach wie vor stilistisch erhalten, jedoch in einer melancholischen Abgeklärtheit, wie sie nur aufmerksame und konzentrierte kompositorische Gedankens- und Herzensarbeit hervorbringen kann. Mit den eigenartigen Instrumentalfarben der Besetzung verlangt sich Debussy eine besondere Subtilität des Klangs und der Tranzparenz des Satzbildes ab, denn: "Französische Musik - das heißt Klarheit, Eleganz, einfache und natürliche Deklamation; die französische Musik will vor allem erfreuen." (in: La Revue bleue, 1904) Und das tut das dreisätzige Werk, das im Dezember 1916 in den Privaträumen des Verlegers Jacques Durand erstmals erklang - übrigens mit Darius Milhaud an der Bratsche.

Christine Mitlehner
Zeichen 4065

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