Claude Debussy
(1862-1918)

Première Rhapsodie (1910)
für Klarinette und Klavier


"Rhaptein" (griechisch) bedeutet soviel wie "zusammennähen", "zusammenflicken". Der "Rhapsode" pflegte im nach-homerischen Griechenland Bruchstücke epischer Dichtungen auf Festen und Gelagen vorzutragen. Zu einem Ganzen gefügt, rezitierte er sie aus dem Gedächtnis in gehobenem Sprechton. Das Bruchstückhafte und das Improvisatorische bleiben Wesenszug auch der musikalischen Rhapsodien, die in der neueren Musik seit dem 18. Jahrhundert auftauchen.
Claude Debussys Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier entstand 1910 als Auftragswerk für einen Bläserwettbewerb am Pariser Conservatoire. Wenn das "Rhapsodische" in dem bruchstückhaft Zusammengefügten sich offenbart, so betont Debussys Première Rhapsodie das Moment des Zusammenhalts doch weit mehr als die Aufreihung von Einzelereignissen. Dennoch ist die rhapsodische Stimmung gegenwärtig.

Ralf Pleger
Zeichen 2346

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