Claude Debussy
(1862-1918)

Ariettes oubliées


In den zwischen 1885 und 1888 entstandenen Ariettes oubliées auf Texte aus Verlaines 1874 erschienener Gedichtsammlung Romances sans paroles reicht Debussys Vokalstil von einem leichtfüßigen Parlando, das größtmögliche Textverständlichkeit garantiert, über sangliche melodische Phrasen bis zu vereinzelten Aufschwüngen der Singstimme in die Stratosphären ihres Registers.
Eine erste Aufführung des Liedzyklus', in welcher der Komponist am Klavier den Tenor Maurice Bagès begleitete, fand in einem Konzert am 2. Februar 1889 statt, wurde von der Presse aber kaum beachtet. Auch eine im selben Jahr erschienene Druckausgabe als Ariettes blieb vorerst ohne große Resonanz. Als Debussy 1903 eine leicht überarbeitete Zweitauflage unter dem erweiterten, von Verlaine übernommenen Titel Ariettes oubliées veröffentlichte, widmete er den Zyklus nachträglich der weiblichen Hauptdarstellerin seiner 1902 uraufgeführten Oper Pelléas et Mélisande: "Miss Mary Garden, der unvergesslichen Mélisande, diese (bereits ein wenig alte) Musik in herzlicher und dankbarer Anerkennung", lautet die leicht ironische Zueignung der Ariettes oubliées.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 3847

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