George Crumb
(*1929)

Apparition
Elegiac Songs and Vocalises for Soprano and Amplified Piano (1979)
(on texts from Walt Whitman's When Lilacs Last in the Dooryard Bloom'd)


Aufgrund seines ausgeprägten Klangsinns zählt George Crumb in den USA vor allem als Schöpfer von Klavier-, Kammer- und Orchestermusik zu den meist aufgeführtesten Komponisten der Gegenwart. Auch Vokalwerke wie beispielsweise Madrigals, Books I-IV (1965-69) nach Texten von Federico García Lorca oder oratorische Kompositionen wie Star-Child (1977) nehmen in Crumbs Œuvre einen bedeutenden Platz ein. Mit dem Klavierlied hat sich der 1929 in Charleston geborene Komponist hingegen erst vergleichsweise spät auseinandergesetzt: Nach sieben 1947 entstandenen Liedern, von denen Crumb später nur drei zur Veröffentlichung freigab, ist Apparition aus dem Jahr 1979 seine erste Komposition für Gesang und Klavier und darüber hinaus seine erste Vertonung eines englischen Textes. Das Werk wurde am 13. Januar 1981 von seinen Widmungsträgern - der Mezzosopranistin Jan DeGaetani und dem Pianisten Gilbert Kalish - in New York uraufgeführt.
Die Texte zu Apparition entnahm Crumb Walt Whitmans Gedicht When Lilacs last in the Dooryard bloom'd. In dieser Elegie auf den im April 1865 ermordeten Abraham Lincoln verarbeitet Whitman seine persönliche Trauer um den im Gedicht nicht namentlich genannten U.S.-Präsidenten und die Opfer des amerikanischen Bürgerkriegs.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 4862

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