Carl Philipp Emanuel Bach
(1714-1788)
Sonate C-Dur WQ 73
für Cembalo obligato und Violine
Viele Musikliebhaber kennen den Begriff »galant«
als Bezeichnung für einen musikalischen Stil, der im Laufe des 18. Jahrhunderts
aufkam und den sie irgendwo zwischen Barock und Klassik ansiedeln. Für
viele Anhänger des Galanterie-Ideals kollidierten die strengen Regeln des
alten Kontrapunktes mit dem, was sie aktuell interessierte: Klarheit, Anmut,
Zierlichkeit und vor allem der freie Ausdruck von Gefühlen, getragen vor
allem von der individuell gestalteten Melodie, der sich die anderen Stimmen
des Satzes mehr oder weniger unterzuordnen hatten.
Die 1745 in Potsdam entstandene Sonate in C-Dur des Bach-Sohnes Carl Philipp
Emanuel sollte man am besten mit den Ohren des vermutlichen Auftraggebers hören:
Friedrich II. von Preußen. Von den kontrapunktischen Künsten des
alten Bach war Friedrich zwar beeindruckt, zur täglichen Unterhaltung und
Erbauung konnte er sie allerdings nicht im geringsten goutieren. Und so ist
die Sonate seines Kammercembalisten Carl Philipp Emanuel eben ein Stück
im "galanten" Stil.