Carl Philipp Emanuel Bach
(1714-1788)
Sinfonie Nr.1 D-Dur Wq 183/1
aus "Vier Orchestersinfonien mit zwölf obligaten Stimmen"
Carl Philipp Emanuel Bach (in Weimar geboren, sein Taufpate
war Georg Friedrich Telemann) stammt wie sein Bruder Wilhelm Friedemann aus
der ersten Ehe Johann Sebastian Bachs. Das musikalische Rüstzeug erhielt
er von seinem Vater. Nach einer kurzen Zeit beiläufigem Studiums der Rechtswissenschaften
an den Universitäten in Leipzig und Frankfurt/Oder schlug er die Laufbahn
des Musikers ein, wurde von Friedrich dem Großen 1740 als Cembalist nach
Berlin berufen und trat 1768 die Nachfolge Telemanns als Städtischer Musikdirektor
und Kantor der fünf Hauptkirchen Hamburgs an. C. Ph. E. Bach war zu seiner
Zeit eine berühmte Musikerpersönlichkeit und übte mit seinem
immensen Ouevre, das vor allem Klavierwerke, Kammermusik, Lieder, Oratorien
und Sinfonien umfasst, auf die musikalischen Zeitgenossen einen großen
Einfluss aus.
Er prägte entscheidend den "empfindsamen Stil" des 18. Jahrhunderts
bis hin zur subjektiven Ausdruckskunst des "Sturm und Drang": "Das
Herz zu rühren und Leidenschaften zu erregen", war Carl Philipps selbst
erklärtes Ziel, "der Musickus sollte sich in alle Affekten setzen
können, welche er bei seinen Zuhörern erregen will". Seine letzten
"vier großen Orchester Sinfonien von 12 obligaten Stimmen",
1775/76 entstanden, schätzte er als "das größte in der
Art, was ich gemacht habe. Weiter etwas davon zu sagen, leidet meine Bescheidenheit
nicht" (Brief vom 30. November 1778 an seinen "liebwerthesten Herrn
Landsmann", den Verleger Breitkopf). In dieser letzten sinfonischen Werkgruppe
treten die Streicher mit Holzbläsern zusammen.
Christine Mitlehner
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