Peter Cornelius
(1824 - 1874)

Liebe op.18

Ein Zyklus von 3 Chorliedern nach Dichtungen von Johannes Scheffler


Chorwerke zu geistlichen Texten haben nur kurze Zeit im Mittelpunkt von Cornelius' Schaffen gestanden: so in den letzten Lebensjahren, als auch der Zyklus "Liebe" entstand, aber auch in der Zeit um 1852, einer Aufbruchsphase im Leben des Dichterkomponisten. Damals war Cornelius, der in Berlin studiert hatte, nach Weimar gereist, um seine Kompositionen von Franz Liszt begutachten zu lassen. Dessen "Endurteil und Rath war", so berichtete Cornelius "dass ich mich mit Entschiedenheit auf die Kirchenmusik zu werfen habe." Eine Empfehlung, die nicht völlig uneigennützig war: Schließlich hatte Liszt selbst begonnen, sich für die Komposition von Kirchenmusik zu interessieren - mit dem Ziel, die katholische Sakralmusik zu reformieren. [...]
Anders als Liszt wählte Cornelius für seine späten Chorwerke nicht die große Form. Zugleich wandte er sich von den liturgischen Texten (vor allem Messen) der früheren Jahre ab. Typisch für die sehr persönlich gefärbte Frömmigkeit Cornelius, aber auch für seine Sensibilität im Umgang mit poetischen Texte ist die Wahl der Vorlage, die er für seinen 1872 entstandenen Chorzyklus "Liebe" traf. Es handelt sich um drei Gedichte des barocken Dichters und Mystikers Johannes Scheffler (1624 - 1677), der sich nach seiner Konversion zum Katholizismus Angelus Silesius nannte. Sie stammen aus der 1657 veröffentlichten Sammlung "Heilige Seelen-Lust oder geistliche Hirtenlieder der in Herrn Jesus verliebten Psyche"

Carsten Niemann
Zeichen 4407
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