Frédéric Chopin
(1810-1849)


24 Préludes op. 28


Ein Winter auf Mallorca

"Das ist einer der Ausblicke, die fast bedrückend nichts mehr zu wünschen übrig, nichts mehr der Vorstellung überlassen. Alles, was Dichter und Maler sich erträumen können, hat die Natur an dieser Stelle geschaffen. Ein gewaltiges Ganzes mit unzähligen Einzelheiten in unerschöpflicher Vielfalt, wirren Formen, ausgeprägten Konturen, verschwommenen Tiefen, alles ist vorhanden, und die Kunst kann dem nichts hinzufügen. [...] Ich meinerseits habe jedenfalls die Hohlheit von Worten niemals stärker gespürt als in den Stunden, in denen ich mich in der Kartause der Betrachtung widmete."
Es mag ja sein, dass George Sand bei der Betrachtung der Landschaft sich der Hohlheit der Worte schmerzlich bewusst wurde. Dennoch schafft sie es, mit dieser demutvollen Anschauung uns ebenso präzise wie sprachlich sensibel in die Welt der 24 Préludes ihres Geliebten Frédéric Chopin zu leiten, die er in ihrem gemeinsamen Winter auf Mallorca 1838/1839 vollendete.

Christine Mitlehner
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