String Quartet No. 5 (1995)
"Die emotionale Qualität eines Musikstücks
ist nicht etwas, worüber ich nachdenke. Ich nehme an, dass das Stück
eine emotionale Qualität haben muss, sonst würde ich es nicht mögen".
Das sagt in einem Interview der amerikanische Komponist Elliott Carter, der
am 11. Dezember 2006 98 (!) Jahre alt wurde - ein vitaler Zeitgenosse, der von
neoklassischen Einflüssen über experimentelle Phasen zu einem eigenständigen
Stil jenseits aller Schulen und Dogmen gefunden hat. Weltweit hoch geehrt, zweimaliger
Pulitzer-Preisträger, hat er bedauerlicherweise im deutschen Veranstaltungswesen
noch nicht den ihm gebührenden Platz eingenommen.
Von Januar bis Juli 1995 geschrieben, wurde das 5. Streichquartett am 19. September
1995 in Antwerpen durch das Arditti Quartett uraufgeführt.
Elliott Carter schreibt zu seinem Werk: "Es ist faszinierend, bei Kammermusik-Proben
zu beobachten, wie exzellente Spieler einzelne Fragmente, die sie später
im Ensemble spielen werden, ausprobieren, dann abrupt stoppen, um zu diskutieren,
wie man die Stelle verbessern kann. Dieses Beispiel ist so sehr vergleichbar
mit unseren inneren Erfahrungen, die wir machen, wenn wir unsere Gefühle
und Ideen formen, ordnen, fokussieren und zu einem erfolgreichen Ende führen.
Diese Muster menschlicher Verhaltensweisen bilden die Basis des 5. Streichquartetts".
Christine Mitlehner
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