Te Deum C-Dur (2. Fassung 1884)
Bruckners Lebenslauf macht den Eindruck sorgfältiger
Planung: vom Schulgehilfen über die Stationen Hilfslehrer, provisorischer
Stiftsorganist, regulärer Stiftsorganist usw. vollzog sich ein langsamer
Aufstieg, den der Komponist immer wieder durch Prüfungen und Beurteilungen
abzusichern trachtete. Bruckner glaubte an die Autorität von Examina und
Noten. Als der junge Orgelschüler nur die Note "Gut" erhielt,
drängte er so hartnäckig auf Revision, daß er schließlich
doch mit "Sehr gut" bewertet wurde. Noch 1861 legte Bruckner auf eigenen
Antrag hin in Wien die offizielle Konservatoriums-Abschlußprüfung
im Fach "Musiktheorie" ab.
Das Te Deum entstand auf dem mühsam erreichten Höhepunkt seines Ruhms,
etwa gleichzeitig mit der siebten Sinfonie, 1881-84.
"Der Hörer, der diesem Werke gegenüber die richtige Stellung
einnehmen will, möge zunächst jegliche Überlieferung bezüglich
der Kompositionstechnik großer Chorwerke ignorieren" kommentierte
Siegfried Ochs, der Dirigent der Berliner Aufführung von 1891.