Anton Bruckner
(1824-1896)

Te Deum C-Dur (2. Fassung 1884)


Bruckners Lebenslauf macht den Eindruck sorgfältiger Planung: vom Schulgehilfen über die Stationen Hilfslehrer, provisorischer Stiftsorganist, regulärer Stiftsorganist usw. vollzog sich ein langsamer Aufstieg, den der Komponist immer wieder durch Prüfungen und Beurteilungen abzusichern trachtete. Bruckner glaubte an die Autorität von Examina und Noten. Als der junge Orgelschüler nur die Note "Gut" erhielt, drängte er so hartnäckig auf Revision, daß er schließlich doch mit "Sehr gut" bewertet wurde. Noch 1861 legte Bruckner auf eigenen Antrag hin in Wien die offizielle Konservatoriums-Abschlußprüfung im Fach "Musiktheorie" ab.
Das Te Deum entstand auf dem mühsam erreichten Höhepunkt seines Ruhms, etwa gleichzeitig mit der siebten Sinfonie, 1881-84.
"Der Hörer, der diesem Werke gegenüber die richtige Stellung einnehmen will, möge zunächst jegliche Überlieferung bezüglich der Kompositionstechnik großer Chorwerke ignorieren" kommentierte Siegfried Ochs, der Dirigent der Berliner Aufführung von 1891.

Tilman Schlömp
Zeichen 5395

HOME