Anton Bruckner
(1824-1896)

Streichquintett F-Dur
für 2 Violinen, 2 Violen und Violoncello


Max Kalbeck schrieb 1885, Bruckner sei "bei weitem der Gefährlichste unter den musikalischen Neuerern des Tages: seine Gedanken liegen außer aller Berechnung, und das Unvermittelte in ihnen besitzt eine verführerische Kraft, welches größeres Unheil anstiftet als die raffinierten und mühsam ausgeklügelten Sophistereien der Anderen." Kalbecks Bewertung von Bruckners Streichquintett ist erstaunlich, da dieses Werk einem durchaus strengen kompositorischen Bauplan verpflichtet ist. Mit seiner großformatigen, blockhaft gestalteten formalen Anlage, dem kompakten Klangbild, der rhythmischen Vitalität und einer Harmonik, deren chromatische Ausweichungen auf dem festen Fundament der Tonalität stehen, erscheint es wie eine Übertragung der symphonischen Prinzipien Bruckners in die Sphäre der Kammermusik.

Mark Schulze Steinen
Zeichen 4399

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